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Karton-Wellpappe-Verpackungsmaterial

Was ist der Unterschied zwischen Karton und Wellpappe?

In unserem 1. Beitrag zu Verpackungsmaterial erfahren sie was Wellpappe ist und wie diese aufgebaut ist.

Wellpappe wird durch das Verkleben von einer glatten und einer gewellten Papierbahn hergestellt. Im Jahre 1871 wurde erstmals durch den Amerikaner Albert I. Jones geriffeltes Papier als Patent zur Herstellung von Papier mit einer erhöhten Steifigkeit und Festigkeit  angemeldet. Aber erst Oliver Long stellte 1874 durch die Zufügung einer glatten Papierbahn echte Wellpappe her. Nochmals 8 Jahre später erhielt Robert H, Thompson das Patent für die Erzeugung einwelliger Wellpappe. Damit war die Grundlage für die Produktion von Wellpappe zur Verpackung industrieller Waren gelegt. Die Herstellung der Wellpappe erfolgt in der sogenannten Wellpappenanlage (WPA). Das Papier wird erwärmt und befeuchtet und erreicht dadurch die erforderliche Elastizität, um geformt zu werden. Es wird dann unter Druck- und Hitzeeinwirkung zwischen zwei zahnradartig ineinandergreifenden Riffelwalzen hindurchgeführt. So kommt die Welle in die Pappe. Je nach gewünschter Wellenform haben die Walzen eine grobe, mittlere oder feine Riffelung. So entstehen die unterschiedlichen Wellenarten, die nach Wellenhöhe und –breite definiert sind. Mit den Jahren wurden durch die Verwendung immer neuer Papier – und Wellenarten, sowie die Verbindung dieser unterschiedlichen Varianten, die Bedruckung durch Sieb-, Flexo- und Offsetdruck, die Herstellung von Verpackungen immer professioneller und moderner.

Einen kurzen Demonstrationsfilm über die Herstellung von Wellpappe finden sie unter folgendem Link : 

 

Die Qualität der Wellpappe wird wesentlich durch die Verbindung aus Wellenhöhe/Profil und Papierzusammensetzung bestimmt. Bei der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe unterscheidet man mehrere Wellpappesorten:

  1. Einseitige Wellpappe: Diese besteht aus einer Welle und einer Decke und wird vor allem als Polstermaterial (Rollenwellpappe) eingesetzt.
  2. Einwellige Wellpappe: Diese besteht aus einer Außen- und Innendecke mit einer dazwischen liegenden Welle. Geeignet für Kisten und Schachteln für leichte Güter.
  3. Zweiwellige Wellpappe: Bei der 2-welligen Wellpappe kommt zur einwelligen    Wellpappe nochmals eine Welle und eine   Außenbahn hinzu. Durch die guten Eigenschaften , wie Steifigkeit, Berst- und Durchstoßfestigkeit ist diese Qualität für Kisten und Schachteln mit hohen mechanischen Beanspruchungen geeignet.
  4. Dreiwellige Wellpappe: Auch hier kommt zur 2-welligen Wellpappe noch eine Welle und   eine Papierbahn hinzu. Diese Schwerwellpappe wird vor allem für Exportverpackungen und schwere Industriegüter verwendet.

Der bei der Produktion von Wellpappe verwendete Leim ist meist ein Stärkekleber, der aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird. Verwendet werden in der Wellpappenindustrie vor allem Weizen-, Mais- und Kartoffelstärke oder Gemische aus diesen. Selbst die einzelnen Papiere werden unter Verwendung von Stärken hergestellt. Deshalb ist Wellpappe genau wie Papier ein hygroskopischer Werkstoff.  Das bedeutet, dass je nach Umgebungsklima Feuchtigkeit aufgenommen oder abgegeben wird und zwar so lange, bis ein Gleichgewichtszustand hergestellt ist. Starke Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit (r.F.) bedingen auch starke Schwankungen in der Qualität von Wellpappe. Nachfolgend sind die empfohlenen Lagerbedingungen aufgeführt:

  • Ideal = 18°C – 20°C und 50-55% r.F.
  • 22°C + 54% r.F.
  • 20°C + 50% r.F.

Wellpappe sollte nicht in der Nähe von Heizkörpern gelagert werden. Gleichfalls ist direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Nicht nur weil dann die Wellpappe zu trocken wird, sondern weil auch die Farbqualität darunter leidet ( ausbleichen bzw. vergilben ). Sollen Wellpappenformate oder Wellpappeschachteln über längere Zeit gelagert werden, so empfiehlt sich das Einstretchen mit schwarzer Stretchfolie, um die Mängel wie oben beschrieben zu vermeiden.  

Allgemein,Verpackungen,Verpackungsmaterial

Eine Antwort zu “Karton-Wellpappe-Verpackungsmaterial”

  1. Die Jenpack GmbH hat zum Februar 2012 die eigene Herstellung von Wellpappe beendet. Jedoch wurde das Herzstück, der Wellenerzeuger und die erste Verleimung, behalten, um weiterhin Rollenwellpappe herzustellen. http://www.jenpack.de

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